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Da der Normalweg in diesem Jahr auf Grund eines Unwetters nicht begehbar ist, kann der Tourismusverband „Lienzer Dolomiten“ als Auftraggeber gewonnen werden.
Am 16. August wird von der Firma Wucher, bei äußerst widrigen Flugverhältnissen ein 600 kg Materialsack in die Gamsscharte, zwischen Großer und Kleiner Gamswiesenspitze abgesetzt.
In den folgenden 2 ,5 Wochen werden von Ortner Peter und Hannes Wallensteiner 135 Felsanker und 650 m Stahlseil installiert. Um eine problemlose Schluchtquerung zu ermöglichen werden zusätzlich 80 m Stahlseil, 8 Felsanker und 2 Eisenstreben für eine 16 m lange Nepalbrücke benötigt. Die Kosten für die Riffelbleche, welche als Trittbleche für die Brücke dienen, übernimmt Walter Pondorfer von der Firma „Fun Time“ in Dölsach. Die Maschinen zur Bearbeitung dürfen wir kostenlos in Anspruch nehmen.
Einen beträchtlichen Teil der Arbeitszeit am Klettersteig investieren wir in Felsräumungsarbeiten, speziell auch im gesamten Einzugsbereich der Hängebrücke. Bei Abräumungsarbeiten am oberen Westgrat der „Großen Gamswiesenspitze“ bleibt eine 2 m hohe Felsfahne übrig, die sich im Licht- Schattenspiel als Felsmadonna präsentiert. Fünf reflektierende Kugeln schmücken das Haupt der Madonna und manchmal schickt sie blitzende Grüße zur Kerschbaumeralm. Auch neugierige Steinadler fühlen sich von der Steinmadonna angezogen.
Am 31. August wird eine „Felsfeinsäuberung“ durch 12 Mann einer Alpingruppe des Bundesheeres unter Engelbert Nußbaumer im Klettersteigbereich durchgeführt. Am selben Tag inspizieren Hansl Wibmer und Richard Pettauer die neu errichtete Anlage.
Am 1. September sind die Arbeiten bis auf Kleinigkeiten abgeschlossen, der neue Klettersteig wird in Radio Osttirol durch Richard Pettauer als eröffnet erklärt.
Die zu überwindende Klettersteighöhe auf die „Große Gamswiesenspitze“ (2.486 m) beträgt 280 m, gesichert durch 400 m Stahlseil.Die Klettersteighöhe auf die „Kleine Gamswiesenspitze“ beträgt 120 m, Stahlseilsicherung inklusive Abstieg zum Kerschbaumertörl 250 m
Bis zur Installierung des Wandbuches (gesponsert von der Wirtsleuten der Kerschbaumeralm) am 8. September 2006 wurde der Klettersteig ca. 30 Mal begangen.
Herzlichen Dank dem Tourismusverband „Lienzer Dolomiten“ zur Durchführung des „Madonnensteiges“.
Geburtsstunde dieses Klettersteiges dürfte der September 2005 gewesen sein. Damals wurde von Hansl Wibmer, Wirt der Kerschbaumeralm und Hannes Wallensteiner über Möglichkeiten eines neuen, versicherten Anstieges auf die Gamswiesenspitzen gesprochen. Die Gamswiesenspitze gilt in seiner zentralen Lage zwischen Laserzkessel und Kerschbaumertal als wunderbarer Aussichtsberg und führt doch ein Stiefmütterchendasein, da der Normalanstieg von Süden durch Unwetter immer wieder in Mitleidenschaft gezogen wird. 
Im Frühjahr 2006 wird auf Betreiben von Wibmer Hansl eine Klettersteiglinie von Hannes Wallensteiner erkundet, ausgemessen und der „Plattform Lienzer Dolomiten“ unter dem Vorsitz von Werner Frömmel, als Angebot vorgelegt.